Road to Nationals: NQ Berlin am 16.05.09

19. Mai 2009

Nachdem ich nun aus Zeitgründen (14-16 stündige Arbeitstage) lange keinen Beitrag mehr verfassen konnte, gibt es dafür heute quasi brühwarm den National Qualifier Bericht aus Berlin (obv nur vom Samstag). Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin mit meinem gegen Aggro getuneten Lieblingsdeck Cruel Control angetreten, was ich schon seit einem dreiviertel Jahr auch ausgiebig auf Magic Online teste, und habe mit 6-1-1 Matches, bzw. 12-3 in Spielen, den vierten Platz von 99 belegt und mich somit für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und noch 10 Booster abgreifen. Das Mindestziel für diese Saison ist also erreicht. Jetzt fehlt nur noch ein GP Top 16 oder ein PTQ Gewinn (ja, der zweite Platz auf einem PTQ ist der erste Verlierer. Das bringt einem nichts, auch zweimal hintereinander nicht….).

Wobei mich dieses Abschneiden schon ein wenig überrascht hat. Meine Metagame Einschätzung war nämlich absolut richtig. Ich habe 7 mal gegen Aggro gespielt und nur einmal gegen Schwäne Kombo. Und gegen Aggro kann dieses Deck eigentlich nur verlieren, wenn es extrem sch…. zieht. Das ist wirklich so! Ihr könnt es gerne testen, wenn Ihr mir nicht glaubt. Dafür hat man größte Probleme gegen Feen. Wenn Ihr also nächstes Wochenende in Barcelona gegen mich spielt, dann sagt mir einfach zu Beginn des Matches, dass Ihr Feen spielt und ich werde Angst bekommen. Und das mit einem Sideboard welches eher schnell zusammengeschmissen als ausgetecht war (zumindest der Teil des Sideboards, der gegen Kontrolle ausgelegt war. Hab ich ja auch zum Glück nur einmal gebraucht). Das Maindeck hingegen ist fast optimal und ich würde nur noch einen Maelstrom Pulse mehr spielen, wenn ich ihn denn bis dahin getauscht kriege. Nun aber genug geredet, hier das Deck:

Deck: Cruel Control 2.1 Sideboard
3x Mulldrifter
3x Broken Ambitions
4x Cryptic Command
2x Cruel Ultimatum
2x Firespout
2x Volcanic Fallout
1x Pyroclasm
2x Maelstrom Archangel
1x Broodmate Dragon
2x Ajani Vengeant
1x Maelstrom Pulse
2x Wall of Reverence
4x Rhox War Monk
2x Path to Exile
3x Esper Charm
4x Reflecting Pool
2x Cascade Bluffs
2x Sunken Ruins
3x Mystic Gate
1x Flooded Grove
4x Vivid Creek
2x Vivid Crag
2x Vivid Meadow
2x Vivid Marsh
2x Exotic Orchard
2x Island
4x Guttural Response
3x Glen Elendra Archmage
3x Wydwen, the Biting Gale
2x Kitchen Finks
2x Wrath of God
1x Firespout

Zu den Änderungen, die ich nach diesem Turnier machen würde, komme ich nachher noch. Hier nur eine kurze Erklärung der Card Choices, insofern sie von den gängigen Listen abweichen:

Rhox War Monk: Überlebt alle Maindeck Removal und gibt Leben. Daher ist er wieder im Deck und keine Kitchen Finks. Oft das erste Removal Ziel des Gegners. Und auch gut gegen alle Mass Removal des gegnerischen Control Spielers, wie gegen den Schwäne Spieler sehr
aufgefallen ist.

Ajani Vengeant: Gibt Leben (sehr wichtig!) und stellt auch einzelne Manlands ab. Oder mal einen gegnerischen Plainswalker. Oder nimmt dem Gegner ein Land. Sehr gute Karte.

Path to Exile: Die Länder des Aggro Gegners sind mir sowas von egal. Und der Path to Exile removed eben auch Demigod of Revenge, mögliche Reveillark Ziele oder Persist Viecher für ein Mana. Daher das Removal der Wahl.

Maelstrom Archangel: Warum den noch niemand gespielt hat, weiß ich nicht. Der Mann ist der BESTE! Er hat 4 Cruel Ultimatum und einen Broodmate Dragon umsonst gespielt im Verlauf des Turniers. Man räumt mit seinem Removal oder Cryptic Command alle Blocker aus dem Weg und zwirbelt sein Cruel Ultimatum hinterher. Unendlich gut der Mann. Zwei sind allerdings wegen seiner Manaanforderungen genau die richtige Anzahl. Wenn man fünf Mana tappt, denkt der Gegner meist ‚aha, Mulldrifter‚ und ist dann geschockt, dass er sein Removal auf den Rhox War Monk verschwendet hat.

+=

Soviel zu dem ungewöhnlichem Maindeck, was aber gegen Aggro Decks alles macht. Gegen Kontrolle kann man auch gewinnen und boardet insgesamt 10 Karten. Also auch wieder alles gut. Wobei das Sideboard wie gesagt nicht ganz optimal ist. Die Wydwen, the Biting Gale würde ich zum Beispiel nicht mehr spielen, da sie gegen Plumeveil alt aussieht. Selbiges wird nicht gespielt, da es nicht angreifen kann und keine Leben gibt. Das sind die beiden Meilensteine, an denen sich jede gespielte Karte messen lassen muss.

So, nun aber zu den Spielen:

Runde 1 gegen Peter Schonherr mit 1756 Constructed Rating:

Er spielt WB Tokens. Im ersten Spiel bin ich noch nicht ganz wach und mache einige Fehler, an die ich mich aber nicht mehr genau erinnern kann. Ich spiele einfach unsauber und das wird mit diesem Deck sofort bestraft. Der Mulligan, den ich nehmen musste und der verlorene Würfelwurf trugen ihr Übriges dazu bei. Gesideboarded wird folgendermaßen: -3x Mulldrifter (zu klobig), -2x Path to Exile (auf was? Einen 1/1 Token? Großartig!), +2x Wrath of God, +2x Kitchen Finks, +1x Firespout. Diese fünf Karten werden in jedem Aggro Matchup hinein geboardet. Daher werde ich die plus Seite bei den kommenden Runden nicht mehr erwähnen. Welche Karten raus kommen, sage ich aber noch an. Das zweite Spiel also. Ich habe Rhox War Monk, Wall of Reverence und Counter. Mehr ist nicht passiert. Das dritte hingegen war sehr spannend. Er macht mit Ajani Goldmane und Glorious Anthem Unterstützung ganz viele dicke Tokens. Ich habe auf 7 Leben noch zwei Cryptic Command auf der Hand und sonst keine wirkliche Lösung parat. Ich ziehe aber direkt den Wrath of God von oben, ohne auch nur ein Cryptic Command spielen zu müssen. Danach spiele ich den Maelstrom Archangel, der sein erstes Cruel Ultimatum am Tag zwirbelt.

Matches: 1-0 / Games: 2-1

Runde 2 gegen Alexander Mättig mit 1833 Constructed Rating:

Er spielt Boat Brew. Er fängt wieder an und beginnt mit einem Doppel Mulligan. Das Spiel war dann auch nicht so schwer und ich gewinne auf 18 Leben. Nachdem der Maelstrom Archangel sein zweites Cruel Ultimatum zwirbelt. Raus gehen -3x Esper Charm, -2x Mulldrifter. Im zweiten Spiel nehme ich dafür den Doppel Mulligan, kann dann aber dritte Runde Kitchen Finks und vierte Rhox War Monk legen und auf 20 Leben relativ locker gewinnen. Hat mich auch erstaunt, das dieses Match nicht so wirklich schwer war, mit zwei Karten bei mir weniger.

Matches: 2-0 / Games: 4-1

Runde drei gegen Adrian Rosada mit 1800 Constructed Rating:

Er spielt WB Tokens. Verdammt, eigentlich wollte ich doch Kumpels umgehen. Nun das hat nicht geklappt. Wenigstens darf ich anfangen. In Spiel eins schafft er es, mich auf 10 Leben zu bringen. Dann bekomme ich die Situation unter Kontrolle und beende das Spiel auf 24 Leben. Maelstrom Archangel zwirbelt erst sein drittes Cruel Ultimatum und dann einen Broodmate Dragon. Geboardet wird wie Runde eins. Im zweiten Spiel hab ich doppel Wall of Reverence und Rhox War Monk. Er hat jedoch Ajani Goldmane und doppel Bitterblossom. Irgendwann wird die Token Armee zu groß und ich muss Wrathen. Danach brauche ich nur einen Volcanic Fallout spielen, der Ajani Goldmane und vier Token abräumt. Die Bitterblossom töten ihn danach.

Matches:3-0 / Games: 6-1

Runde vier gegen Sascha Schwartz mit 1800 Constructed Rating:

Er spielt Schwäne Kombo. Damit hätte ich nicht gerechnet. Ein Kontroll Deck mit Schwänen und ohne Ultimaten. Sein Problem ist nur, das sein Removal nicht auf meine Rhox War Monk ausgerichtet ist. Mit vier Toughness hat er so seine Probleme und er muss sie mit jeweils zwei Karten töten. Außerdem ist er auf 6 Mana screwed und muss einen Mulligan nehmen was im Kontrollmatchup extrem tödlich ist. Und ich gewinne den Würfelwurf. Geboardet habe ich: -3x Esper Charm, -2x Wall of Reverence, -2x Volcanic Fallout, -1x Pyroclasm, -2x Firespout, +4x Guttural Response, +3x Glen Elendra Archmage, +3x Wydwen, the Biting Gale. In Wahrheit sollte man die Esper Charm jedoch drinlassen und stattdessen eher so was wie Ajani Vengeant raus nehmen. Das zweite verläuft dann auch ähnlich wie das erste, nur das er nur fünf Mana hat und ich noch einen Glen Elendra Archmage. Ab und an bounce ich ihm noch die Swans of Bryn Argoll und beraube ihn so seiner Aktionmöglichkeiten. Vendilion Clique setzt mir ein bißchen zu, wird dann aber gehandled und beendet die Gegenwehr.

Matches: 4-0 / Games: 8-1

Runde fünf gegen Stephan Ihrke mit xyz (nicht gefunden) Constructed Rating:

Er spielt GB Rock. Das erste Spiel ist schnell erzählt. Er fängt an und ich halte eine Hand mir drei Filter Ländern. Ich ziehe zu spät ein Vivid Land nach und das Spiel endet einige Züge später mit vier Ländern auf meiner Seite. Geboardet werden -3x Esper Charm, -1x Pyroclasm, +2x Wrath of God, +2x Kitchen Finks. Das zweite Spiel wird durch einen Mind Shatter mit Guttural Response Back Up entschieden. Tja, passiert. Ein eigentliches gutes Match Up direkt verloren.

Matches: 4-1 / Games: 8-3

Runde sechs gegen Martin Müller mit 1811 Constructed Rating:

Er spielt MonoR. Nach verlorenem Würfelwurf bekomme ich erst mal eine Figure of Destiny vor die Nase gesetzt. Die macht auch schnell Druck und mit noch ein paar Ghitu Encampment und Kleinzeugs gehe ich auf 7 bevor ich seine Viecher abtragen kann. Ich sehe in der Broken Ambitions noch das Demonfire und spiele Cruel Ultimatum. Er greift wieder mit zwei Ghitu Encampment an und ich spiele einfach das nächste Cruel Ultimatum um das Demonfire loszuwerden. Ich bin auf 13 Leben. Er zieht und legt knallhart den Demigod of Revenge hin der mit seinem Bruder sogleich vorbei kommt und mich auf drei haut. Ich kann die Wall of Reverence legen und mit einem Cryptic Command erst mal eine Runde Luft holen. Dann lege ich Rhox War Monk und spiele Maelstrom Pulse um bei ihm aufzuräumen. Er zieht keinen vierten Demigod of Revenge (einer war schon mit Path to Exile entfernt worden) und verliert wenig später gegen meine Counterspells. Geboardet wird wie in Runde zwei. Im zweiten Spiel schaffe ich es wesentlich schneller die Kontrolle zu übernehmen. Ich beende das eher unspektakuläre Spiel auf 43 Leben.

Matches: 5-1 / Games: 10-3

Runde sieben gegen Alexander ??? (wenn ich doch nur meine eigene
Schrift lesen könnte…aber damit hatte der Judge beim Deck Check diese Runde ja auch so seine Probleme, hat aber anscheinend alles dechiffrieren können :-)) mit xyz Constructed Rating:

Er spielt MonoR Goblins. Hmm, auch damit hatte ich eher nicht gerechnet. Goblins so weit oben. Aber er sagte auch, dass er noch nicht so lange spielt und eigentlich eher zum Spaß hier ist…ach ja und seinen Zug in einer Stunde erwischen muss. Die Spiele gingen auch recht schnell, waren jedoch sehr unterhaltsam. Seine Lebenspunkte in Spiel 1: 20-15-5-0 Wie könnte das wohl geschehen sein? Richtig, der Maelstrom Archangel zwirbelt sein viertes Cruel Ultimatum mit dem Kommentar: „Was, das ist auch noch umsonst?“ Geboardet wird wieder wie in Runde zwei. Im zweiten Spiel muss ich einiges an Goblin Outlander und Vexing Shusher Beatings einstecken, bis bei ihm das Board gesäubert wird und ich die Kontrolle mit einem Broodmate Dragon erlange.

Matches: 6-1 / Games: 12-3

Runde acht gegen Malik Martin mit 1887 Constructed Rating:

Er spielt GB Rock. Einfach, ID: Willkommen auf der Deutschen Meisterschaft!

Juhu, nach zwei Jahren Abstinenz endlich wieder qualifiziert für die Deutsche Meisterschaft! Sauber! An alle, die noch Ihr Glück versuchen: Viel Erfolg und jetzt steht erst mal Barcelona auf dem Programm! Man sieht sich dort.

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Alara Reborn De-Constructed: Gruul Reborn

29. April 2009

Kennt Ihr eigentlich noch alle Gilden aus dem Ravnica Block, nach denen heutzutage so gerne die einzelnen Farbkombinationen benannt werden?

Schauen wir mal:

Weiss / Blau: Azorius
Weiss / Grün: Selesnya
Weiss / Rot: Boros
Weiss / Schwarz: Orzhov
Blau / Grün: Simic
Blau / Rot: Izzet
Blau / Schwarz: Dimir
Grün / Rot: Gruul
Grün / Schwarz: Golgari
Rot / Schwarz: Rakdos

Na, wieviel habt ihr noch gewusst?

Um eine dieser Farbkombinationen soll es heute im Besonderen gehen, nämlich um Grün / Rot, oder besser gesagt: GRUUL

Diese Farben bekommen mit Alara Reborn einige gute neue Karten hinzu, sodass ich einfach mal eine Wiederkehr des zu Ravnica Zeiten so beliebten Gruul Decks ins Standard prophezeie.

Im Speziellen sind dies:

Diese vier sind alle gut genug, um in einem Constructed Deck zu landen. Besonders der Jund Hackblade hat mir so sehr gefallen, dass ich mit dem ein Deck bauen wollte. Und genau diesen Prozess des Deckbauens will ich heute ein bißchen näher erläutern.

Mit den anderen guten Gruul Karten aus Lorwyn, Morningtide, Shadowmoor, Eventide, 10th Edition, Shards of Alara und Conflux kann man entweder ein sehr aggressives Deck oder eher ein Midrange, dicke Kreaturen Deck spielen.

Als Karten für solche Decks kommen für mich in Frage:

Bei der Auswahl der Karten spielen persönliche Referenzen und die Erfahrung natürlich eine wichtige Rolle. Hier habe ich auch Karten genannt, von denen ich mir sicher bin, dass sie nachher nicht im Deck landen werden, die aber schon mal in guten Standard Decks eine Rolle gespielt haben. Solltet Ihr hier Karten vermissen, könnt Ihr sie ja in den Kommentaren posten. Ich hatte sie in einem Gruul Deck dann jedoch für nicht spielbar erachtet. Das sind also die Optionen (inklusive Sideboard Karten).

Damit haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Das Raussuchen der Karten geht irgendwann recht automatisch. Da ist dann jede Karte schon als Constructed-tauglich im Kopf vorsortiert und man braucht nur noch nach den Farben zu schauen.

Jetzt beginnt dann also der Denkprozess. Will ich lieber ein fokussiertes Agrro-Deck haben oder eher ein Midrange-Deck, was dickere, dafür aber langsamere Kreaturen spielt? Bin ich eher grün oder rot? Spiele ich Elfen oder nicht? Wie sieht das erwartete Metagame aus?

Um hier weiterzukommen schauen wir uns doch mal die Manakurve der oben genannten Spells an (ohne offensichtliche Sideboardkarten):

CC1:
Nettle Sentinel
Twinblade Slasher
Llanowar Elves
Tattermunge Maniac
Tarfire
Figure of Destiny
Mogg Fanatic
Treetop Village
CC2:
Jund Hackblade
Wren’s Run Vanquisher
Bramblewood Paragon
Wolf-Skull Shaman
Talara’s Battalion
Stigma Lasher
Hellspark Elemental
Incinerate
CC3:
Imperious Perfect
Kitchen Finks
Troll Ascetic
Boggart Ram-Gang
Countryside Crusher
Flame Javelin
Ashenmoor Gouger
Fulminator Mage
CC4:
Spellbreaker Behemoth
Bloodbraid Elf
Garruk Wildspeaker
Chameleon Colossus
Sarkhan Vol
Murderous Redcap
CC5:
Blitz Hellion
Deus of Calamity
Siege-Gang Commander
CCX:
Banefire

Dabei habe ich folgende Karte bereits weggelassen: Boartusk Liege.

Diese Karten sind für das Sideboard reserviert: Cloudthresher, Naturalize, Guttural Response, Vexing Shusher, Manabarbs, Loxodon Warhammer, Pithing Needle, Razormane Masticore.

Jetzt heißt es wirklich kreativ werden. Ein aggressives Deck sieht zum Beispiel so aus:

Deck: Gruul Reborn Sideboard
4x Tattermunge Maniac
4x Figure of Destiny
4x Jund Hackblade
4x Hellspark Elemental
4x Incinerate
4x Boggart Ram-Gang
4x Flame Javelin
2x Spellbreaker Behemoth
3x Bloodbraid Elf
2x Garruk Wildspeaker
2x Blitz Hellion
1x Banefire
4x Reflecting Pool
4x Karplusan Forest
4x Fire-Lit Thicket
4x Treetop Village
6x Mountain
4x Fulminator Mage
3x Naturalize
3x Guttural Response
3x Loxodon Warhammer
2x Razormane Masticore

Das Sideboard ist hierbei noch nicht wirklich ausgetüftelt und bedarf erst einigen Testens. Leider kommt Alara Reborn auf Magic Online erst in xyz Wochen raus, daher heißt es bis dahin für mich warten. Das Maindeck sieht so schon mal recht solide aus. Ob man jetzt nun die Reflecting Pool, Fire-Lit Thicket und Treetop Village jeweils 4x spielt ist noch fraglich, da man so nur 10 Manaquellen für eine Kreatur in der ersten Runde hat.

Dieses Deck hat meines Erachtens das Potential zu einem der Top-Decks zu werden. Die 3x Loxodon Warhammer und 2x Razormane Masticore im Sideboard sind gegen alle Arten von Kreaturendecks, die 3x Naturalize gegen Chuck Norris Decks :-), MonoU und Tokens und die restlichen Karten gegen Cruel Control und Feen. Mit ein bißchen Testen findet man bestimmt schnell dir richtige Konstellation.

Der große Vorteil dieses Decks sind die 17 Kreaturen mit Haste, die den Gegner schnell mal umlegen können, daher sollte Cruel Control damit auch seine liebe Not haben. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man das Deck testen und dann einzelne Karten umändern oder die ganze Idee verwerfen muss. Das hab ich zeitlich einfach noch nicht geschafft, daher bekommt Ihr hier jetzt erst mal das grobe Deckkonzept präsentiert. Das Deck ist mit Alara Reborn erst möglich geworden (es spielt immerhin 11 Karten aus dieser Edition) und könnte auf den National Qualifiern durchaus noch große Erfolge feiern. Also, vielleicht probiert Ihr es ja einfach mal aus und postet Verbesserungen und Ideen in den Kommentaren. Und für alle die nicht immer Decks aus dem Internet ziehen ist obige Vorgehensweise hervorragend geeignet, um gute Decks zu produzieren! Also: 1. eine grobe Deckidee haben, 2. alle möglichen Karten dafür raussuchen, 3. nach Casting Cost sortieren, Sideboardkarten außen vor gelassen, 4. Deck bauen und dabei auf die Manakurve achten.

Von allen Kombinationen aus den möglichen Karten hat mir die Aggro Variante ohne Elfen Schnick-Schnack am Besten gefallen. Ein Midrange-Deck wäre dann schon wieder in Richtung Ramp-Deck, da es sonst zu langsam ist. Und das ist schon wieder ein anderer Artikel. 🙂


Road to Hannover: Metagame

10. März 2009

Tja, was erwartet einen in Hannover?

Sehr zu empfehlen ist die Zusammenfassung vom Michael Diezel, in denen er einen Blick auf das Extended Metagame wirft. Es hat sich jedoch auch einiges geändert, seitdem der Artikel geschrieben wurde. Daher gehe ich hier einfach alle relevanten Decks mit persönlichen Einschätzungen durch:

Bant Aggro: Meines Erachtens nicht Tier1. Zoo, ob mit oder ohne Domain sei mal dahingestellt, ist hier einfach besser. Aber man kann trotzdem noch auf einige verirrte Bant Spieler treffen, jedoch eher in den ersten Runden des GP’s, da die Pro’s definitiv zu anderen Decks greifen werden.

All In Red: Wenn man sich zutraut, konstant die guten Hände zu ziehen, bzw. auf viel Zoo hofft eine sehr gute Wahl. Dan Florea hats mit seinem Ptq Gewinn vorgemacht. Auch gegen Elves mit Chalice, Trinisphere und Pyroclasm Post-Board sehr gut aufgestellt. Pre- Board macht man einfach 1st turn Chalice auf eins und reicht seinem Gegner nach dem Spielen seines Forests die Hand zum guten Spiel 🙂 Gegen Feen wirds schwieriger. Hier muss dann first oder second turn schon was Gutes auf dem Tisch landen und hoffen, dass der Sower nicht rechtzeitig kommt. Venser oder Command sind zusätzlich eher Game für den Feen Spieler. Wenn man dagegen spielt, einfach auf den schlechten Draw des Gegners hoffen, mit seiner eigenen Kombo schneller sein oder ihn mit seinen kleinen blauen Fliegern outplayen. Wirds trotz des Ptq Gewinn’s nur wenige geben, da bei einem 9 Runden GP die Konstanz eines Decks auch entscheidend ist. Ich spiele lieber 9 enge Runden mit 7-2 oder besser als 6 Runden first turn zu gewinnen und drei ebenso schnell zu verlieren. Auf einem Ptq wiederum ist es eine andere Herangehensweise. Da wäre AIR legitim, da es hier heisst: Alles oder nichts. 5%

Burn: Rote Brenne, günstige Karten und fertig ist das Deck. Recht einfalllos. Hat auch noch nichts gewonnen. Wird auch so bleiben. Für Faeries fast ein Freilos. Und Feen sind das Maß aller Dinge im heutigen Extended. Wer Tag 2 noch mitspielen will, sollte davon die Finger lassen. Die Karten hat jedoch fast jeder, daher werden einige mit diesem Deck dort aufschlagen. 7%

Dredge: Klassisch, ich habs nie gemocht, genausowenig wie Elfen oder Affinity. Solche Decks waren (sind) mir zu Mainstream. Feen ist was anderes, die sind Blau und zocken Cryptic Command 🙂 Mittlerweile eher in der Versenkung verschwunden, was auch an dem Relic of Progenitus liegt, welches seit Raul Porojan’s Ptq Gewinn (Grats noch mal) in fast jedem Feen Sideboard 4x auftaucht. Es ist einfach zu gut gegen Loam, dass es Dredge auch schlägt, ist quasi netter Nebeneffekt. Dredge sollten sich traditionell auch eher gute Spieler zutrauen, und die werden wohl auch was anderes zocken, einfach weil es zu nervig ist, immer gegen Relic zu spielen. An alle, die es noch nicht wissen: Wenn der Magus of the Bazaar liegt, dann muss er so schnell wie möglich weg. Nicht, dass Ihr dann mit so einer Story wie der Simon Görtzen, der Dredge gespielt hat, beim PT Berlin Sideeevent ankommt: „Mein Gegner meinte nach dem Spiel so: Ich hätte vielleicht den Magus abtragen sollen. Der hat mich ja quasi in Alleingang getötet.“ Uups, welche Überraschung, wieder was gelernt (also sein Gegner jedenfalls :-)). Hat auch meines Erachtens noch keinen Ptq gewonnen. Daher eher: Daumen runter! 5%

Naya Burn: Siehe Zoo, sind sehr ähnlich.

Schwäne: Hier verweise ich einfach mal an den Artikel von unserem Ptq Gewinner Robert Wilbrandt. Eine gute Wahl, aber nicht ganz einfach gegen Feen zu spielen. 8%

Rock: Hmm, klassisches Rock existiert eigentlich nicht mehr, wird heute unter dem Stichwort Loam zusammengefasst. Das warn noch Zeiten bei der PT LA als Exalted Angel als Geheimtipp gehandelt wurde und viele Deutsch White Rock gezockt haben.

Affinity: Ich hasse Roboter! So, das musste mal gesagt werden. Gegen Feen eine gute Wahl. Und wenn der Gegner nicht Kataki oder Ancient Grudge oder Elfen oder … auspackt auch durchaus Chancen auf Day 2. Einfach immer Feen abbekommen, oder es sieht nicht so rosig aus. Zu dem Deck muss wohl nicht mehr viel gesagt werden. 8%

Death Cloud: Siehe Rock. Die Klassifikation läuft auch hier unter Loam. Ok, DC Loam, aber immer noch Loam. Hab ich noch nicht gegen gespielt in dieser Saison, fand die Cloud jedoch immer super und war letzte Saison ja auch Tier 1. Dieses Jahr mit Wolke eher nicht oben dabei, da es einfach a) zu langsam und b) kill more ist.

Elfen: Auch hier gilt: ICH HASSE ELFEN. Gna, nichts persönliches gegen Elfen, ich musst bloß gerad an Hawai denken. Zu Elfen hat TobiH ja schon fast alles gesagt und ich verweise hier einfach mal auf den Artikel von Michael Diezel. Aber Vorsicht: Elfen Spieler verbauern sich den Gewinn häufig. Also: Wer mit diesem Deck antritt sollte vorher üben, üben, üben. Elfen sind viele zu erwarten und werden auch in den Top Platzierungen landen. Man sollte auf jeden Fall einen guten Gameplan gegen dieses Deck haben, sonst wirds mit Tag 2 nichts und wenn doch, dann wird es dort abwärts gehen, da hier die guten Elfen Spieler sitzen. 12%

TEPS: Hat es gegen Feen und die Hand Disruption des Loam Decks sehr schwer. Ich weiss, der LSV hat da mal was mit gewonnen. Wer sich für LSV hält, sollte also TEPS spielen, da vor allem Mulligan Entscheidungen hier relativ schwierig sind und viel Übung angebracht ist. Stifle hat auch den Weg zurück in die meisten blauen Decks gefunden. TEPS wird wahrscheinlich trotzdem mit einigen Exemplaren vertreten sein, auch weil die Karten relativ günstig sind. Nicht mein Deck, aber wer es mag. 7%

Tezzerator: Hmm, beim Ptq in Rotterdam meinte mein Gegner in der 2. Runde so: Feen ist ja eins der besten Match-Ups für Tezzerator. Hä? Hab ich da was verpasst? Ich hab das zweite Spiel einfach nur aus Dummheit verloren, Chalice of the Void auf zwei liegt, mein Glen Elendra Archmage (der verhindert, dass er irgendwas spielen kann) wird mit Condescend für x=2 gecountert, ich hab drei Mana und spiel Spellstutter Sprite…blub, no comment. Das war das Spiel. Das Dritte verlier ich knapp. Das war das erste Mal, dass ich gegen Tezzerator mit Feen verloren hab. Tezzerator spielt alles Main Phase aus und verliert gegen Archmage direkt. Ergo: Hauptsache noch mal Salz in die Wunde gerieben. Feen ist ein schlechtes MU für Tezzerator, egal was random Holländer behaupten. Daher eher schlechte Wahl für den nächsten Feen verseuchten GP. 5%

Zoo: So jetzt also alle Decks mit Aggro-Kreaturen. Welche Variante hier die richtige ist, diese Entscheidung überlasse ich anderen. Hier der Artikel von Matthias Ludewig zu dem Thema. Immer eine gute Wahl, auch für Top Platzierungen gut. Wer zwischen den Runden öfter mal eine Rauchen geht, bzw. nicht völlig vom Fleisch fallen will und während alle anderen noch zocken was essen gehen will, der greift zum Zoo. Mit guten Draws kann das Zoo Deck jeden verhauen. Ich persönlich würde die Version mit Might of Alara spielen, sie ist einfach explosiver und macht die wichtigen Turn 3/4 Kills wahrscheinlicher (wegen Lotus Bloom im Swans und TEPS).13%

Loam: In allen Varianten. Ein sehr starkes Deck. Man sollte nur die richtige „Hälfte“ des Decks ziehen. Mit entsprechendem Tuning kann es auch jedes Deck schlagen. Nur ist es gegen Feen sehr schwer zu spielen. Hatte auch überlegt, Loam zu spielen, nur hatte ich damit beim GP in Wien keine so guten Erfahrungen gesammelt. Daher also nicht das Mid-Range Kontroll Deck, sondern einfach das beste Deck des Formats gezockt. Loam ist aber besonders in den Händen von erfahrenen Spielern ein ernst zu nehmender Gegner und daher auch recht häufig vertreten. 10%

Feen: Mein Lieblingsdeck und von den meisten als das beste Deck des Formats bezeichnet. Dem kann ich nur zustimmen und werde hier auch nichts weiteres über Feen berichten, da fast alles schon bekannt ist. (Shackles gewinnt im Mirror, Explosives gegen Elfen und Jitte ist toll, blub) 20%

Also bis zum Wochenende in Hannover!